Posted by admin On Januar - 11 - 2011 0 Comment

Das neue Jahr beginnt für die internationale Automobilindustrie traditionell mit der wichtigsten Branchenmesse auf dem amerikanischen Kontinent: Der North American International Auto Show, in Europa geläufig als Detroit Motor Show.

Nicht nur die US-amerikanischen Hersteller nutzen die 55.000 m² Ausstellungsfläche in den Messehallen des Detroiter Cobo Centers zur Vorstellung ihrer Neuentwicklungen und Innovationen, auch für europäische Fahrzeugproduzenten wird der Kontinent zunehmend wichtiger. Vorbei sind die Zeiten, in denen die USA und Kanada vorrangig als Absatzmarkt begriffen wurden. Viele, vor allem deutsche Fahrzeugbauer, haben längst große Teile ihrer Produktionsstandorte nach Nord- und Südamerika ausgelagert. Vorrangig Premiumfahrzeuge „made in germany“ erfreuen sich auch nach Finanzkrise und Immobilienblase noch immer wachsender Beliebtheit, die Verkäufe in diesem Segment steigen seit Jahren.

Deutsche Weltpremieren in Detroit

So wundert es kaum, dass der deutsche Hersteller Volkswagen in Detroit ein ausschließlich für den amerikanischen Markt gebautes Fahrzeug erstmalig auf der Detroiter Messe der Weltöffentlichkeit präsentiert: den im Segment zwischen Mittel- und Oberklassenlimousine angesiedelten New Midsize Sedan. Der Sedan tritt als direkter Konkurrent gegen die Modelle Camry und Altima der japanischen Mitbewerber Toyota und Nissan an; nach einem altbewährten Konzept: Weniger ist mehr. In Größe und Motorisierung dem Konzernbruder Passat entsprechend spart Volkswagen beim Sedan vor allem an der Ausstattung. Das Ergebnis ist naheliegend, der New Midsize Sedan wird deutlich preisgünstiger verkauft.
Der deutsche Mitbewerber BMW stellt in diesem Jahr in Detroit eine Cabriovariante des 6er Modells vor, die Münchener von Audi zeigen die neue A6 Limousine.

Porsche-Comeback auf der Messe

Während BMW und Audi auf Weiterentwicklungen bewährter Modellreihen setzen, präsentiert Porsche nach vierjähriger Messeabstinenz ein neues Spitzenmodell oberhalb der 911er Reihe. In Detailfragen hielten sich die Stuttgarter bisher bedeckt. Name, Preis, Motorisierung und Design werden unmittelbar auf der Messe erstmalig enthüllt.
Weit weniger geheimnisvoll agieren die Kölner Ingenieure von Ford, der Verkaufserfolg Focus wird, von kleineren Facelifts abgesehen unverändert in der Form, erstmalig als Elektrovariante auf den Markt gebracht. Das Thema Facelift steht auch bei Mercedes in hohem Kurs. Die Mittelklassemodellreihe C erhält neben einer komplett überarbeiteten Frontoptik auch eine neue Motorenpalette aus E-Klasse.

Internationale Konkurrenz zieht nach

Doch auch die internationalen Mitbewerber stehen ganz und gar nicht still. Während Toyota auf Kompaktheit und Sparsamkeit mit einem komplett neuen Yaris und ebenso einer Van-Variante des erfolgreichen Hybridmodells Prius setzt, demonstrieren die Kollegen von GM mit ihrem Monstrum Sierra All Terrain plakatives Selbstbewusstsein. Knappe sechs Meter lang, mit 8 Zylindern und knapp 400 PS rollt das Concept-Car auf 20 Zöllern wohl eher durch urbanes Terrain als durch Wald und Wiesen.

Das Beste zum Schluss: die Zeiten von Elektrohype, Sparsamkeitsneurosen und Karosserieschwund scheinen allemal passe. Die Hersteller scheinen sich in der zweiten Dekade des neuen Jahrtausends auf ihre Kernkompetenzen zurück zu besinnen. Solide Kundschaft braucht solide Fortbewegung.

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